Mops

Auch wenn es sehr schwer ist, die Entstehung alter Rassen bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, so ist man sich einig, daß der Mops aus Ostasien, sehr wahrscheinlich aus China stammt. Schon lange vor unserer Zeitrechnung war es Tradition, daß im alten China kleine Hunde gezüchtet wurden, die, wenn sie auch in Typ und Haarart variierten, eines gemeinsam hatten: Kurze, breite und flache Köpfe. Diese Hunde wurden in Palästen gehalten, mit Sorgfalt gezüchtet (die Zucht wurde von eigens dafür ausgebildeten Personen, zumeist Eunuchen, überwacht, und man kannte schon damals schon so etwas ähnliches wie unsere heutigen Zuchtrichter) und galten als Kostbarkeit. Regelmäßig wurden solche Palasthunde zu besonderen Anlässen an andere Herrscherhäuser verschenkt. Wie genau man die Hundezucht nahm, wird aus Aufzeichnungen aus der Tang-Dynastie (ca 950 n.Chr.) deutlich, nach denen damals 8 “Rassen”, unterschieden nach Typ, Körperbau und Haarart gezüchtet wurden, u.a. der “Lo-Sze”, in dem man den Urahnen unserer heutigen Möpse vermutet. 4000 (!) Eunuchen wetteiferten darum, den perfektesten Rassevertreter zu züchten, was uns ahnen läßt, welchen Stellenwert die Hundezucht einnahm.

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Der Mops ist ein ausgeglichener, immer zu Späßen aufgelegter Hund, der sich dem Temperament seines Besitzers vollkommen anpaßt. Seine Reizschwelle (so er denn überhaupt eine hat) liegt äußerst hoch, so daß Aggression, Bösartigkeit oder Streitereien mit Artgenossen praktisch nicht vorkommen. Er ist ohne Probleme zusammen mit anderen Hunden (vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge), Katzen oder anderen Haustieren gut zu halten. Auch für Kinder ist er ein immer spielbereiter Kamerad, der auch einmal einen kleinen Knuff ohne weiteres wegsteckt. Wind und Wetter machen ihm nichts aus, lediglich bei großen Anstrengungen bei hohen Temperaturen muß er aufgrund seiner kurzen Nase kapitulieren. Besonders der sehr junge Mops hat ein ungeheures Temperament und scheint vor Energie fast zu platzen. Und genau da ist der Besitzer gehalten, regulierend einzugreifen, denn der Mops kennt seine Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nicht: Ich habe Möpse erlebt, die sich regelrecht bis zum Kollaps “getobt” haben. Man muß also in der Lage sein, für seinen Mops den Punkt zu erfühlen, wann es genug für ihn ist! Wenn dann mit etwa 2 Jahren die “wildeste Phase” überstanden ist, hat man damit keine Probleme mehr.

Der Mops braucht eine konsequente Erziehung. Konsequent deshalb, weil er immer wieder versuchen wird, durch irgendwelche Clownereien von Erziehungsmaßnahmen abzulenken, und wenn er erst einmal merkt, daß er mit dieser Methode erfolgreich ist, dann hat es sich sehr schnell auserzogen. Der Mops hat ein sehr scharfes Gespür dafür, wie ernst dem Besitzer ein Befehl ist, und je nachdem wird er sich von bedächtig bis überhaupt nicht an eine entsprechende Anordnung halten. Möpsen sagt man häufig nach, sie seien stur und dickköpfig. Ich glaube nicht, daß das der Fall ist; ich sehe in entsprechendem Verhalten eher das Resultat einer inkonsequenten Erziehung. Der Mops möchte von seinem Besitzer ernstgenommen und als Partner respektiert werden, dann wird er sich auch mit all seinem Vermögen bemühen, es seinem Herrn rechtzumachen.

Damit sich die vom Standard geforderte Kompaktheit und Festigkeit der Muskulatur entwickeln kann, braucht der Mops ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Das “multum in parvo” wurde früher oftmals falsch interpretiert, und anstatt der Kompaktheit durch entsprechende Bemuskelung sah man häufig einfach dicke und überfütterte Möpse im Ausstellungsring. Da diese Tiere dann auch noch prämiert wurden und somit verstärkt in die Zucht gelangten, hat man unterschwellig eine Zuchtauslese in Richtung “guter Fresser” gefördert. Dies ist heute noch spürbar, und man muß stets ein Auge auf die richtige Futtermenge haben, denn von alleine hört der Mops bestimmt nicht auf zu fressen, solange die Schüssel noch voll ist.

Bis auf eine gewisse Anfälligkeit für Augenverletzungen sind beim Mops keine Auffälligkeiten in Bezug auf gesundheitliche Probleme festzustellen. Bei vernünftiger Haltung und etwas Schonung im Hochsommer wird der Mops bei guter Gesundheit steinalt. Das Schnarchen und Grunzen ist rassetypisch und darf getrost überhört werden. Ganz eigen ist dem Mops ein charakteristischer Geruch, der sich allerdings nicht beschreiben läßt, den muß man “erlebt” haben.

Wer sich einen Mops anschaffen will, sollte nur bei einem guten Züchter kaufen. Schon als Welpe ist der Mops ein ausgeprägter Individualist, der viel Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Bei Massenhaltung und -zucht ist dieses nicht gewährleistet. Leider sind alle Mopswelpen so fatal niedlich, und schnell ist man versucht, aus sentimentalen Gründen “irgendwo einen mitzunehmen”. Davor sollte man sich hüten, denn nur ein mit Sachverstand gezüchteter und entsprechender Kenntnis aufgezogener Welpe garantiert einen kerngesunden und wesenstypischen Mops.

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