Papillon und Phalène

Die korrekte, vollständige Rassebezeichnung lautet Kontinentaler Zwergspaniel, innerhalb dieser unterscheidet man zwei Varietäten:

Papillon (Stehohriger Typ) Phalène (Hängeohriger Typ) “Papillon” ist das französische Wort für “Schmetterling” (daher auch der Name Schmetterlingshündchen), womit auch schon ein wesentliches Merkmal der Rasse beschrieben ist: Die sehr großen, seitlich vom Kopf abstehenden Ohren erinnern an die ausgebreiteten Flügel des Schmetterlings, dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn die erwünschte weiße Blesse vorhanden ist, die das Gesicht symmetrisch in zwei Hälften teilt.

Papillonphalène

“Phalène” ist das französische Wort für “Nachtfalter”, dessen Flügel wie das Phalèneohr nach unten zeigen.

DSC_0498Rosette

Allgemein wird der Ursprung der Zwergspaniels in Europa vermutet, obwohl nicht ganz ausgeschlossen werden kann, daß seine Vorfahren – wie so viele Zwerghunde – aus Ostasien stammen. Es wäre durchaus möglich, daß anläßlich der Entdeckungsreisen des Marco Polo Ende des 13. Jh. asiatische Hundezwerge ihren Weg nach Europa gefunden haben, die den Grundstein für die Entwicklung der Zwergspaniels gebildet haben könnten. Tatsache ist, daß erste Belege für die Existenz von kleinen Luxushündchen, die im Typ sehr genau unserem heutigen Phalène entsprechen, erstmals auf italienischen Fresken und Ölbildern ab dem 13. bis 14. Jh. zu finden sind. Zumeist sind diese Hündchen zusammen mit Kindern oder Personen des Adels abgebildet. Es liegt nahe zu vermuten, daß aus den zur Jagd verwendeten Spaniels irgendwann eine Zwergform entstanden ist, die dann den hochherrschaftlichen Damen und ihren Kindern als Spielgefährten und Zeitvertreib überlassen wurden.

Ein gewisser Jagdtrieb ist auch heute noch bei Papillons und Phalènes eindeutig festzustellen. Kontinentale Zwergspaniels sind sehr familienbezogene, lebhafte Zwerghunde. Immer bereit zu Spielen, Toben und Schmusen, aber dennoch einfühlsam und mit einem feinen Gespür dafür, wenn der Besitzer etwas Ruhe haben möchte. Unstimmigkeiten innerhalb “seiner” Familie bemerkt er sofort und er leidet sichtlich darunter. Die Welt ist erst wieder für ihn in Ordnung, wenn alles wieder harmonisch ist und seinen gewohnten Gang geht. Wie alle Hunde, die eng in der Familie leben, kennt er deren Tagesrhythmus genau und stellt sich darauf ein.

Er mag es, wenn man viel mit ihm spricht, das gibt ihm die Sicherheit, beachtet zu werden. Wer berufstätig oder regelmäßig mehrere Stunden täglich außer Haus ist, sollte sich keinen Zwergspaniel anschaffen. Die Rasse ist zu sensibel, aber auch zu intelligent, als daß sie es erträgt, über größere Zeiträume nicht beschäftigt zu werden. Vor allem jüngere Hunde müßten in solchen Fällen zumindest einen Spielkameraden ( selbe oder andere Zwerghunderasse, eventuell auch eine Katze) erhalten, damit sie nicht unglücklich sind. Erst beim älteren Zwergspaniel läßt dieser Betätigungsdrang etwas nach, und die Tiere verschlafen dann die Zeit, in der sie alleine sind, um dann nach Rückkehr des Besitzers umso aktiver zu sein. Er liebt lange Spaziergänge zu jeder Jahreszeit, und die Reste seines kleinen Spaniel-Instinktes lassen ihn gerne dieses oder jenes aufstöbern und verfolgen. Stöcken- oder Bällchenfangen und apportieren sind willkommene Einlagen während eines Spazierganges. Auch wenn er an sich mit normalem Gassigehen “um den Block” auskommt, sollte er regelmäßig längere Ausflüge zugestanden bekommen, bei denen er sich – frei von der Leine – richtig austoben kann. Der Zwergspaniel ist von Natur aus sehr aufmerksam und meldet sich sofort, wenn er ungewohnte Geräusche oder Personen wahrnimmt. Hier bedarf es manchmal einiger Konsequenz (schon vom Welpenalter an), damit er nicht zum Kläffer wird.

Die Pflege ist trotz des langen Haarkleides erstaunlich unaufwendig. Weil keine Unterwolle ausgebildet wird, neigt er nicht zum Verfilzen, so daß kurzes tägliches Bürsten genügt. Nur bei dem sehr feinen Haar der Ohrfransen können sich leicht Knoten bilden, daher benötigen sie besondere Sorgfalt. Hosen und Rute werden ebenfalls regelmäßig mit einem mittelfeinen Kamm durchgekämmt, und schon sieht der Papillon/Phalène immer adrett und gepflegt aus. Schmutz meidet er meist von sich aus, was in zudem noch pflegeleichter macht.

Die Lebenserwartung liegt realistisch bei etwa 12 Jahren, viele werden bis zu 15 Jahre alt, in seltenen Ausnahmefällen mehr. Wer sich einen Zwergspaniel anschaffen möchte, sollte nur bei einem wirklich guten Züchter kaufen, dessen Hunde voll in Haus und Familie integriert sind. Weil sie so sensibel sind, sind Fehler und Vernachlässigung durch den Züchter in der Aufzuchtsphase besonders fatal und eigentlich nicht mehr reparabel. Zwergspaniels, die nicht mit der notwendigen Zuwendung aufgewachsen sind, sind fast nicht mehr in der Lage, das Versäumte aufzuholen und sie bleiben häufig ihr Leben lang scheu und zurückhaltend, selbst gegenüber dem eigenen Besitzer.

Fotos Phalène:

Phalenes Petra Bäumler 185

Nora_02Juni2012

IMG_1660

Advertisements